Nachhaltiger Urbaner Mobilitätsplan
Was kann und soll der NUMP?
Zusammen mit der Lüneburger Stadtgesellschaft und der lokalen Politik ist der Nachhaltige Urbane Mobilitätsplan, kurz NUMP, für die Hansestadt Lüneburg entstanden. Er dient dazu, Strategien zur Anpassung der Mobilität in Lüneburg zu entwickeln.
Das Ziel ist klar: Alle Bürgerinnen und Bürger sollen sich mit Hilfe verfügbarer Verkehrsnetze und -angebote problemlos im Stadtgebiet und darüber hinaus fortbewegen können.
Handlungsrahmen für nachhaltige Mobilitätsentwicklung
Der Mobilitätsplan soll zukünftig als Handlungsrahmen für die nachhaltige Mobilitätsentwicklung der Stadt dienen und die Grundsätze der Verkehrsplanung für die kommenden Jahre festlegen.
Der NUMP wurde in enger Abstimmung mit einem parallel im Landkreis Lüneburg erstellten Mobilitätsgutachten verfasst. Die Bürger:innen hatten im Rahmen des Prozesses in diversen Beteiligungsformaten die Gelegenheit, sich zu engagieren und die eigenen Visionen für ein nachhaltiges und gesundes Fortbewegen in der Stadt für alle einzubringen.

Foto: Hansestadt Lüneburg
Die Hansestadt Lüneburg steht vor der Herausforderung, die vielen unterschiedlichen Mobilitätsbedürfnisse in der Stadt zu adressieren und einen Plan zu entwickeln, wie Mobilität in den kommenden Jahren gestaltet werden kann.
Dabei werden verschiedene Fragestellungen aufgeworfen, die mit Hilfe des NUMP beantwortet werden sollen – zum Beispiel:
- Wie lässt sich die Mobilität effizienter gestalten und gleichzeitig die Lebensqualität in der Stadt erhöhen?
- Welche Konflikte bestehen zwischen den Verkehrseilnehmenden und wie kann man diese auflösen?
- Wie kann die Anbindung von und zu den Nachbarkommunen nachhaltiger gestaltet werden?
- Welche Gewohnheiten sollten für die Erreichung der Klimaneutralität neu erlernt werden?
Ziel des NUMP ist es, die Mobilität für alle Menschen und Güter auf allen Verkehrswegen und mit allen Verkehrsmitteln bestmöglich und unter Berücksichtigung des Schutzes von Gesundheit, Umwelt und Klima zu gewährleisten. Im Zentrum des NUMP stehen deshalb die Förderung und der Ausbau nachhaltiger Verkehrsmittel. So rücken beispielsweise der Radverkehr, der Fußgängerverkehr, der ÖPNV, die Elektromobilität und Sharing-Angebote in den Blickpunkt. Ihr Potenzial für eine gesunde, preiswerte und klimagerechte Mobilität wird genau betrachtet und bewertet.
Darüber hinaus wird das Thema Mobilität aus diversen Blickwinkeln beleuchtet, denn auch die Bedürfnisse und Anforderungen der Stadtgesellschaft und ihrer Gäste sind sehr verschieden. Neben der Arbeit der Fachabteilungen waren auch die Bürger:innen sowie zahlreiche weitere Akteure aus Politik, Wirtschaft und Verbänden im Arbeitsprozess beteiligt.
Der NUMP bleibt dabei auf der strategischen Ebene, die vollständige Konkretisierung von Maßnahmen geschieht erst in einer späteren Planungsphase.
Die Erarbeitung des NUMP erfolgte in einer engen Zusammenarbeit mit dem Planungsbüro Planersocietät, welches die Stadtverwaltung sowohl fachlich als auch in Bezug auf die Gestaltung des Beteiligungsprozess gutachterlich berät und unterstützt.
Auf europäischer Ebene lässt sich der NUMP in die sogenannten „Sustainable Urban Mobility Plans“ (SUMP) einordnen.
Die Anforderungen an einen SUMP werden durch EU-Projekte festgelegt und bei der Erarbeitung von der Europäischen Kommission unterstützt.
Unter einem SUMP wird ein strategischer Plan verstanden, der auf der bestehenden Planungspraxis aufbaut, dabei Integrations-, Beteiligungs- und Evaluierungsprinzipien berücksichtigt und in der Entwicklung einem standardisierten und bewährten Verfahren folgt. Er soll den Mobilitätsbedürfnissen der Menschen heute und in Zukunft genügen und zu einer höheren Lebensqualität führen. Dieser Ansatz wird von dem NUMP für die Hansestadt Lüneburg aufgegriffen.
Die Erstellung des NUMP setzt sich aus verschiedenen inhaltlichen Arbeitspaketen zusammen, über die im Folgenden ein Überblick gegeben wird.
- Grundlagenanalyse: Für die Hansestadt Lüneburg wurden bereits mehrere Konzepte im Verkehrsbereich erstellt, bspw. die Radverkehrsstrategie 2025. In der Grundlagenanalyse werden diese bestehenden Konzepte sowie sämtliche aktuellen Planungen gesichtet und hinsichtlich ihrer Relevanz für den NUMP geprüft. So wird sichergestellt, dass der NUMP als zukünftiger Handlungsrahmen für die nachhaltige Mobilitätsentwicklung alle wesentlichen Aspekte aufgreift und keine Widersprüche entstehen.
- Zustandsanalyse: In der Zustandsanalyse ergänzen Ortsbegehungen und Öffentlichkeitsbeteiligungen die Bestandsaufnahme und ermöglichen eine Bewertung des heutigen Verkehrsgeschehens in der Hansestadt Lüneburg. Daraus lassen sich Handlungserfordernisse für eine nachhaltige Mobilitätsentwicklung ableiten.
- Maßnahmen und Szenarien: Basierend auf den identifizierten Handlungserfordernissen werden auf Lüneburg zugeschnittene Maßnahmen und Szenarien entwickelt. Im Hinblick auf die Ziele des NUMP erfolgt eine Bewertung der Wirkung dieser Maßnahmen und Szenarien.
- Handlungskonzept: Es wird ein Szenario ausgewählt und die dazugehörigen Maßnahmen konkretisiert. Eine abschließende Umsetzungsstrategie wird darlegen, wann und mit welchen Mitteln die Maßnahmen umzusetzen sind.
Ein wichtiger Baustein bei der Erstellung des NUMP ist die Beteiligung der Öffentlichkeit.
Die Dokumentationen aller bereits abgeschlossenen Beteiligungsformate sowie Informationen zur Abschlussveranstaltung finden Sie hier.
Hansestadt Lüneburg
Bereich Mobilität
+49 4131 309-3599
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NUMP-Abschlussbericht
Leitfaden für die Umsetzung der vorgeschlagenen Maßnahmen
Nachdem der Rat der Hansestadt Lüneburg im November 2024 zu den Maßnahmensteckbriefen und dem weiteren Vorgehen rund um den NUMP entschieden hat, wurden nun der Abschlussbericht des NUMP fertiggestellt.
Zentrale Inhalte des Abschlussberichtes sind:
- die Maßnahmensteckbriefe
- ein strategisches Handlungskonzept
- und ein Evaluationskonzept.
Der Abschlussbericht wird der Verwaltung zukünftig als Leitfaden für die Bearbeitung und Umsetzung der im NUMP vorgeschlagenen Maßnahmen unter Berücksichtigung der Vorgaben des Rates dienen werden.
So geht es weiter
Die Hansestadt Lüneburg bedankt sich herzlich für das Engagement aller Bürger:innen, die einen Beitrag zum NUMP geleistet haben.
Anfang März 2025 wurde das Projekt mit einer öffentlichen Abschlussveranstaltung beendet. Anschließend gilt es, die Handlungsempfehlungen des NUMP für die nächsten 10 bis 15 Jahre in der Mobilitätsentwicklung Lüneburgs zu berücksichtigen.
Konkrete Planungen für Einzelprojekte werden in den politischen Gremien beraten und müssen abschließend vom Rat beschlossen werden. In die Bewertung der Maßnahmen werden jeweils die relevanten Akteur:innen eingebunden.
Hansestadt Lüneburg
Bereich Mobilität
+49 4131 309-3599
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Analyse und Maßnahmensteckbriefe
Diese mögliche Maßnahmen und Szenarien wurden erarbeitet
Bis Januar 2024 wurden in den ersten zwei Projektphasen viele Eindrücke, Meinungen und Perspektiven aus der Bevölkerung gesammelt. Zudem fand sich der NUMP-Beirat zweimal zusammen und das Planungsbüro setzte sich intensiv mit den aktuellen Gegebenheiten und Herausforderungen vor Ort in Lüneburg auseinander.
Über den Verlauf in den ersten zwei Phasen lag ab Januar 2024 ein Analysebericht vor. Dieser markiert als Meilenstein den Abschluss der Grundlagen- und Zustandsanalyse.
Der Analysebericht enthält unter anderem
- Informationen zum Projektablauf,
- einen Überblick über die Ergebnisse des Planungsdialogs und der Öffentlichkeitsbeteiligungen,
- die Analyseergebnisse zu den Rahmenbedingen der Mobilität in Lüneburg,
- verkehrsträgerspezifische Stärken-Schwächen-Analysen
- und eine Zusammenstellung von Herausforderungen und Handlungserfordernissen
Im Spätsommer 2024 wurde mit der Entwicklung und Bewertung der Maßnahmenvorschläge zur zukünftigen Mobilitätsentwicklung in Lüneburg die dritte Phase des NUMP abgeschlossen.
Basierend auf den identifizierten Handlungserfordernissen, bestehenden Zielen und Projekten sowie den Vorschlägen aus den Beteiligungsformaten wurden insgesamt 30 Maßnahmensteckbriefe erarbeitet. Diese enthalten auf Lüneburg zugeschnittene Maßnahmen und Szenarien in sechs Handlungsfeldern:
- Fußverkehr
- Kommunikation
- Motorisierter Verkehr
- ÖPNV & Vernetzte Mobilität
- Radverkehr
- Straßenraumgestaltung
Neben der Ausgangslage werden Umsetzungshinweise sowie der Beitrag der Maßnahmen zur Zielerreichung des NUMP beschrieben.
Nach der Vorstellung der Maßnahmensteckbriefe durch das mit der Erstellung des NUMP beauftragte Planungsbüro Planersocietät im Mobilitätsausschuss hat der Rat der Hansestadt Lüneburg am 28. November 2024 über das weitere Vorgehen entschieden.